
(erschienen in der Zeitschrift philatelie 360 - Juni 2007)
> zu den ergänzenden Abbildungen (Teil 1) von weiteren Versandhüllen am Ende des Artikels >
> zu einem Electroreturn International Beispiel (Teil 3)
> Informationen der Deutschen Post zu Electroreturn >
> was wikipedia über electroreturn schreibt >
Am 1. Mai 2005 begann ein Pilotbetrieb für das neue Produkt "ELECTRORETURN". Es handelt sich dabei um eine individuelle Rücknahmelösung von Eletronikgeräten aufbauened auf dem am 22. März 2005 in Kraft getretenen Gesetzt über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten. Nach einer ersten Testphase mit dem Pilotkunden T-Mobile bis zum 31. Dezember 2005 wurde der Pilot auf alle Handyhersteller erweitert und ist nun vor der endgültigen Einführung nochmals bis zum 30 Juni 2007 verlängert worden. Der folgende Artikel soll Ihnen einen Eindruck in diese neue spezielle Versendungsform geben.
Das neue Produkt
Zugelassen wird die Annahme von Elektro- und Elektronik-Altgeräten nach dem Gesetz bis zu einem Kilo, wobei die Maße nicht die Höchstmaße für inländische Briefsendungen überschreiten dürfen. Der Schwerpunkt dürfte also die Einsammlung von alten Handys sein. Beim allerersten Kunden handelt es sich dabei um T-Mobile. Hier wurde vom 1. Mai 2005 bis zum 31. Dezember 2005 das ganze Verfahren erstmals getestet. Dazu musste dieser Kunde einen Vertrag mit der Post schließen. Dieser Versuch wurde nun auf alle Handyanbieter erweitert und läuft bis zum 30. Juni 2007. Danach soll eine endgültige Einführung erfolgen.

Die Einlieferung der Ware (des alten Handys) erfolgt in einer mit dem Produktnamen gekennzeichneten Versandtasche. Die Versandtasche wird vom Hersteller bereit gestellt. Diese darf die folgenden Höchstmaße 353 mm x 300 mm x 50 mm (Länge, Breite, Höhe) nicht überschreiten und muss mindestens 100 x 70 mm lang beziehungsweise breit sein. Die Versandtasche wird nach Gestaltungs- und Beschaffungsvorgaben der Deutschen Post produziert. Sie soll "maschinenfähig" sein (also gegebenenfalls eine Bearbeitung in der Maxibriefsortieranlage (MSA) heil überstehen) und darf ausschließlich Elektro- und Elektronik-Altgeräte enthalten. Briefähnliche Mitteilungen, Rechnungen, Lieferscheine oder sonstigen Beilagen sind nicht zulässig. In der Anschrift ist eine Großkunden-PLZ oder eine Aktions-PLZ zu verwenden. Die Sendungen selbst sind über den BWI-Strom (Bücher- und Warensendungsstrom) zu bearbeiten und zu befördern, es ist keine E+1 Bearbeitung vorgesehen. Besonders aufzupassen ist hier, dass keine NLP-Beförderung erfolgt, da die enthaltenen Akkus ein Gefahrtgut darstellen, das nicht auf dem Luftweg befördert werden darf. Der Versand ist für den Endverbraucher kostenlos. Die Einlieferung kann in jeden Briefkasten oder jeder Postfiliale erfolgen. Eine Stempelung von über den Briefkasten eingelieferten Sendungen erfolgt nicht. Die Versandkosten übernimmt - analog zur Werbeantwort oder zur Fotopost - der Hersteller. Nachentgelt ist demgemäß nicht auszuweisen. In einer Freimachungszone ist die Versandtasche zudem mit einem 2-D-Matrixcode gekennzeichnet.

Philatelistische Spuren
Hier war lange Zeit nur die Art des Freimachungsvermerks bekannt. Orginalversandtaschen sind erst im letzten halben Jahr verstärkt aufgetaucht, so dass hier erstmals auch so etwas abgebildet werden kann. eine der ersten Versandtaschen für Elektroreturn stammen von Talkgreener und wurden scheinbar schwerpunktmäßig per Postwurfsendung an Schließfachbesitzer verteilt. Diese Versandtasche ist besonders dekorativ und wird deshalb auch ganz abgebildet. Sie besteht aus einem sehr stabilen Papierumschlag. Die anderen zwei bisher bekannten Versandtaschen von t-Mobile und e-Plus sind aus Kunststoff.

Echt gelaufen dürften diese Taschen nicht auftauchen, sie wären aber auch nicht groß erkennbar, da keine Stempelung oder sichtbare Kodierung auf dem Transportweg erfolgen soll. Für dieses spezielle Produkt existiert auch eine spezielle Broschüre der Deutschen Post mit der Materialnummer 675-601-088. Im Rahmen einer Sammlung von Versendungsformen mit 2-D-Barcode sollte diese auf alle Fälle nicht fehlen.
Ergänzungen zum Thema Electroreturn (Teil 1 - weitere Versandtaschen):
1. Einige weitere Versandtaschen von der Vorderseite (wer kennt weitere ? - bitte dann melden - danke):






Teil 2 - Änderungen zum 1. Juli 2010:
Da das Produkt scheinbar zum 1. Juli 2010 mehrwertsteuerpflichtig wurde, hat sich einiges geändert. Statt das der Hersteller geprüfte und zertifizierte Versandtaschen anbietet, kann er nun über mehr oder weniger schnell auffindbare Links sich ein entsprechendes Etikett zusammen mit der Gebrauchsanweisung selbst ausdrucken und kostenlos abschicken. Der Empfänger muß dann je Sendung 1,-- Euro entrichten. Es gibt nun viel mehr Anbieter die solche Adressetiketten zum Selbstdrucken in schwarz weiß oder falls man einen Farbdrucker hat natürlich in Farbe auszudrucken. Es folgen nun einige Beispiele zusammen mit dem jeweiligen Link zum Zeitpunkt der Erfassung.
sowie der passende Link dazu:

sowie der passende Link dazu:
http://www.vodafone.de/downloadarea/dp_electroreturnversandlabel_150710_kl.pdf

sowie der passende Link:
http://secondy.de/secondy_recycling_ettiket.pdf
sowie der passende Link:
http://www.t-mobile.de/downloads/broschueren/electroreturn-handy-ruecknahme.pdf
sowie der passende Link dazu:
http://www.berggorilla.org/unterlagen/handy-recycling.pdf

sowie der passende Link dazu:
http://www.zonzoo.de/images/Flyer/Aerzte3Welt.pdf

sowie hier der passende Link für die übergeordnete Seite und die vielen Option von Spendenpartnern, die man auswählen kann:
http://www.zonzoo.de/charities/charity-partner
Teil 3 - Electroreturn international
Im Frühjahr 2010 äüßerte die Firma TRF (The Recycling Factory) den Wunsch Electroreturn auch international zu testen, da eine große Zielkundengruppe im deutschsprachigen Raum (Schweiz, Österreich) vorhanden war. So entstand die Produktvariante Electroreturn International. Dazu wurde die Inlandsversendungsform mit einem zusätzlichen Freimachungsvermerk Werbeantwort International kombiniert (siehe auch Abbildung Tüte Vorderseite). Zusätzlich wählte das Unternehmen noch die Option GoGreen, dies ist aber auf den Tüten selbst nicht zu sehen. Aufgrund der derzeit hohen Kosten (2,45 Euro je Umschlag für Europa) wurde der Test vorläufig aus Kostengründen eingestellt. Sollten sich hier aber neue günstigere Preisoptionen anbieten, dürfte einer Reaktivierung dieser Versendungsart nichts im Wege stehen.
Gezeigt wird außerdem die Rückseite einmal ohne und einmal mit speziellen Kundenstrichcode rechts oben sowie zum Abschluß auch mal eine echt gelaufene Vorläufertüte von Electrotreturn aus dem Inland von der selben Firma.



